Die Biomasseheizung – eine gute Alternative?

Die Biomasseheizung ist eine Möglichkeit, Wohnraum zu beheizen und dabei die Umwelt zu schonen. Sie setzt auf natürlich vorkommende Brennstoffe, ist günstig in der Anschaffung und kann sowohl in kleinen als auch großen Gebäuden genutzt werden. Wir geben Ihnen einen Überblick über Förderungen, Anschaffungskosten, und alles, was Sie wissen müssen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Biomasseheizungen nutzen nachwachsende, umweltfreundliche Brennstoffe wie Holz oder natürliche Öle, um ein Gebäude zu beheizen. Sie sind günstig in der Anschaffung und unkompliziert im Betrieb. 
  • Diese klimafreundlichen Heizungen werden im neuen Jahr 2024 durch verschiedene Institutionen gefördert. Es lohnt sich also ein direkter Vergleich mit anderen, nachhaltigen Heizungen. 
  • Die Anschaffungskosten sind geringer als bei einer Gas- oder Ölheizung, der Betrieb ist oftmals etwas teurer. Das ist jedoch stark abhängig von der Art und Quelle der Brennstoffe. 
  • Die jährlichen Heizkosten der Pelletheizung in einem Einfamilienhaus liegen bei ca. 580 EUR, was sie besonders günstig macht. Auch die Wartungsarbeiten halten sich stark in Grenzen. 
  • Zu Biomasse zählen auch tierische Ausscheidungen (Gülle) oder natürlich vorkommende, flüssige Brennstoffe wie Öle. Somit ist es eine sehr vielseitige Heizungsart, die mit Anpassungsfähigkeit überzeugt. 

Definition: Was ist eine Biomasseheizung? 

Das Heizen mit fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas ist mit vielen Nachteilen verbunden. Hohe Heizkosten, Abhängigkeit von Versorgern in anderen Ländern und eine begrenzte Verfügbarkeit lassen Öl- und Gasheizungen langsam aussterben. Dazu kommt, dass diese Heizungsart ganz und gar nicht umweltfreundlich ist. Laut der Internationalen Energie Agentur (IEA) ist der maximale Bedarf für fossile Brennstoffe bereits 2030 erreicht. Ein Lösungsansatz ist die Biomasseheizung. 

Diese kommt ohne fossile Rohstoffe aus, sie arbeitet mit biologischen und regenerativen Brennstoffen wie Holz. Diese wachsen im Laufe der Zeit nach und sind somit nicht endlich. Lediglich der Brennstoff ist also ein anderer, Heizkessel und Heizsystem arbeiten gleich wie bei einer Heizung mit fossilen Energieträgern. 

Übrigens: Diese Heizungen können auch mit flüssigen Brennstoffen arbeiten, also beispielsweise nachhaltig produzierten Pflanzenölen oder auch Ausscheidungen (Gülle)

Die verschiedenen Arten der Biomasseheizung 

Die Biomasseheizung gibt es mit verschiedenen Heizsystemen. Dabei unterscheidet sich in erster Linie der Brennstoff, der zur Beheizung des Gebäudes gebraucht wird. Dazu gehören neben klassischen Kaminen auch die Heizung mit Scheitholz als Brenngut oder der Pelletkessel. Ein Überblick über die beliebtesten Varianten. 

Pelletheizungen 

Holzpellets sind kleine Sticks, die aus gepressten Holzspänen und Sägemehl bestehen. Im Grunde genommen ist die Pelletheizung also auch eine Holzheizung. In einem Lagerraum sind die Holzpellets gelagert, welche anschließend durch eine automatische Förderschnecke in den Kessel gepumpt werden, wo sie verbrennen. Durch diese Verbrennung entsteht Wärme, die dann durch die Rohre gepumpt wird und für Warmwasser im Haus sorgt. Die Pelletheizung ist komfortabel in der Anwendung, arbeitet effizient und verwendet lediglich nachwachsende, also erneuerbare Rohstoffe. 

Holzschnitzelheizungen 

Die Holzschnitzelheizung funktioniert sehr ähnlich wie die Pelletheizung. Der Brennstoff sind in diesem Fall jedoch lose Holzschnitzel / Hackgut, welche mehr Platz einnehmen und eine geringere Energiedichte haben als Pellets. Dafür sind Hackschnitzel deutlich günstiger. Die Schnitzel werden wie die Pellets durch eine automatische Förderung in den Kessel gepumpt und verbrennen dort. 

Fazit: Hackschnitzel sind günstiger als Pellets, verbrauchen jedoch bei gleicher enthaltener Energie mehr Platz und das Lager muss häufiger aufgefüllt werden. Durch die ungleichmäßige Form kann es zudem schneller passieren, dass die Förderschnecke blockiert. 

Scheitholzheizungen

Die Scheitholzheizung verfügt über einen Kessel, in welchen ganze Holzscheite eingelegt werden können. Diese verbrennen dann langsam und kontrolliert und ermöglichen die Beheizung des Gebäudes. Scheitholzheizungen sind effizient, haben einen hohen Wirkungsgrad und ermöglichen eine staubarme Verbrennung von Holz. Stammt das Holz aus nachhaltiger Landwirtschaft, sind diese Heizungen ebenfalls sehr umweltfreundlich. 

Tipp: Biomasseheizungen sind auch im Jahr 2024 förderfähig. Es gibt die Möglichkeit auf eine KfW- oder BAFA-Förderung. Alles zu zinsgünstigen Darlehen und der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) lesen Sie in diesem Artikel.

Heizungssanierung - Macht es Sinn, von Öl oder Gas auf Biomasse umzusteigen? 

Bei der Suche nach einer neuen Heizung war in den letzten Jahren vor allem die Wärmepumpe hoch im Kurs. Laut dem Bundesverband Wärmepumpe (BWP) wurden 2022 in Deutschland 236.000 neue Anlagen installiert. Grund hierfür ist vor allem eine meist hohe Förderung, die auch in 2024 beantragbar ist. 

Doch wussten Sie schon: Auch für Heizungen mit Biomasse als Brennstoff gibt es Förderungen. Das neue Heizungsgesetz ermöglicht unter anderem eine Basisförderung von 30 Prozent bei allen Heizungen, die mit erneuerbaren Energien funktionieren. Je nach persönlicher Situation kommen hierzu noch Geschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus, die maximale Förderung liegt bei 70 Prozent der Investitionskosten.

Biomasseheizung oder Wärmepumpe? 

Zunächst sollten Sie prüfen, ob es in Ihrer Region ausreichend Biomasse, also Brennstoff für die Heizung gibt. Zudem muss der Platz stimmen: Das Brennstofflager der Anlage nimmt viel Raum ein und muss in das Gebäude passen, Wärmepumpen brauchen deutlich weniger Platz. Die Wärmepumpe ist zudem teurer in der Anschaffung, überzeugt jedoch durch niedrigere Betriebskosten als die Heizung mit natürlichem Brennmaterial. 

Fazit: Beide Heizungen haben ihre Vor- und Nachteile, je nach Wohnsituation. Die Wärmepumpe ist jedoch insgesamt umweltfreundlicher. 

Die Vorteile und Nachteile der Biomasseheizung auf einen Blick 

Die Biomasse ist besonders bei eigenem Anbau von Rohstoffen eine zukunftsweisende und umweltfreundliche Heizung. Durch sie ergeben sich verschiedene Vor- und Nachteile. 

Vorteile

  • Umweltschonende, staubarme Verbrennung von Rohstoffen
  • Niedrige Kosten für Herstellung und Transport 
  • Nutzung von unbegrenzt nachwachsenden Rohstoffen
  • Ideale Alternative zu fossilen Energieträgern in einem ähnlichen Heizungssystem
  • Reduzierung von Heizkosten im Vergleich zu Öl oder Gas 
  • Beanspruchung von staatlichen Förderungen und zinsgünstigen Krediten 

Nachteile

  • Ressourcenabhängigkeit, es kann bei Holz zu regionalen Lieferschwierigkeiten kommen 
  • Manueller Aufwand, denn einige Biomasseheizungen müssen händisch bedient werden 
  • Umweltauswirkungen durch die Rodung von Wäldern und den Ausstoß von Verbrennungsgasen 
  • Betriebskosten im Vergleich zur Wärmepumpe höher, dafür niedrigerer Anschaffungspreis

Wartungs- und Serviceaufwand

Wie andere Heizungen, die mit Verbrennung arbeiten, so muss auch der Biomassekessel regelmäßig gewartet werden. Dabei erfolgt die Reinigung der Brennkammer, der Rauchgasführung und des Aschenbehälters. 

Wir empfehlen, die Biomasseheizung einmal jährlich ausführlich warten zu lassen. Im besten Falle vor Beginn der Heizsaison im Spätsommer / Herbst. Der Aufwand unterscheidet sich also nicht von dem einer Öl- oder Gasheizung.

Wie teuer ist die Biomasseheizung? 

Heizen mit Biomasse ist etwas teurer als mit Umgebungswärme. Dafür sind die Anschaffungskosten deutlich geringer, als bei allen anderen Heizsystemen. Der Kessel an sich kostet etwa 3.000 bis 7.000 EUR, für das Brennstofflager müssen Sie mit weiteren 3.000 Euro kalkulieren. 

Wie hoch sind die Heizkosten einer Biomasseheizung im Einfamilienhaus? 

Die jährlichen Kosten liegen bei etwa 8,30 EUR pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei einem jährlichen Verbrauch von 9.100 kWh liegen die Kosten pro Monat bei 48 EUR, pro Jahr bei 580 EUR. 

Fazit: Biomasseheizung - eine lohnende Investition? 

Die Holzheizung ist eine vielversprechende Alternative zu alten Öl- oder Gasheizungen, macht beim Wirkungsgrad und bei der Klimafreundlichkeit jedoch auch der Erd- oder Luftwärmepumpe Konkurrenz. Gerade für Haushalte mit einer günstigen Möglichkeit, an Brennholz oder Pellets zu kommen, lohnt sie sich in den meisten Fällen. Die staubfreie Erzeugung von Wärme und der unkomplizierte Betrieb machen sie in vielen Haushalten beliebt. 

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