Am Vormittag geht es noch, am Nachmittag steht die Hitze zwischen Bildschirmen, Menschen und großen Fenstern. Konzentration und Wohlbefinden sinken – während ein zu kalt eingestelltes Klimagerät den nächsten Streit im Team auslöst.
Eine gute Büroklimatisierung arbeitet nicht spektakulär, sondern unauffällig: gleichmäßige Temperatur, wenig Zugluft, leiser Betrieb und genug Leistung für Personen sowie Technik.
Warum Büros schneller aufheizen
Zur Sonneneinstrahlung kommen interne Wärmelasten. Jeder Mensch gibt Wärme ab, ebenso Monitore, Rechner, Beleuchtung, Drucker und Küchengeräte. In einem Besprechungsraum steigt die Last während eines Meetings besonders schnell.
Eine reine Quadratmeterrechnung greift deshalb zu kurz. Für die Auslegung zählen Fenster, Ausrichtung, Verschattung, Zahl der Arbeitsplätze, Technik und Nutzungszeiten.
Was sagt der Arbeitsschutz zur Hitze?
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verweist auf die Arbeitsstättenregel ASR A3.5. Danach soll die Lufttemperatur in Arbeitsräumen grundsätzlich 26 °C nicht überschreiten; bei hohen Außentemperaturen gilt ein abgestuftes Maßnahmenkonzept.
Eine Klimaanlage ist nicht immer die einzige Maßnahme. Außenverschattung, frühes Lüften, angepasste Arbeitszeiten und reduzierte interne Wärmequellen bleiben wichtige Bausteine.
Wie wird die Klimaanlage dimensioniert?
| Wärmequelle | Warum sie zählt |
|---|---|
| Süd- und Westfenster | Starke solare Gewinne am Nachmittag |
| Personen | Zusätzliche Wärme und Feuchtigkeit |
| PCs und Monitore | Elektrische Leistung wird weitgehend zu Wärme |
| Beleuchtung | Dauerhafte interne Last |
| Server oder Technikschrank | Hohe, konstante Wärmequelle |
| Raumhöhe und Dämmung | Beeinflussen Volumen und Wärmeeintrag |
Luftstrom ohne Streit im Team
Niemand sollte dauerhaft im kalten Ausblas sitzen. Positioniere das Innengerät so, dass die Luft über freie Bereiche strömt und sich im Raum verteilt. Swing-Funktion und moderate Lüfterstufe reduzieren punktuelle Zugluft.
Bei mehreren Büros oder Besprechungsräumen sind getrennte Innengeräte sinnvoll. So kann jeder Raum passend zu Belegung und Nutzung geregelt werden, statt einen Flur extrem herunterzukühlen.
Leiser Betrieb ist Arbeitsqualität
Telefonate, konzentrierte Arbeit und Videokonferenzen reagieren empfindlich auf wechselnde Geräusche. Achte nicht nur auf den kleinsten dB-Wert, sondern auch auf mittlere Lüfterstufen und den Teillastbetrieb.
Ein Inverter passt seine Leistung laufend an. Bei richtiger Dimensionierung kann er die Temperatur gleichmäßig halten, statt ständig laut zu starten und zu stoppen.
Sieben Schritte zum kühlen Büro
- Wärmelasten und tatsächliche Belegung erfassen.
- Außenverschattung vor der ersten Sonne schließen.
- Pro Raum Nutzung und Zieltemperatur definieren.
- Innengeräte ohne direkten Luftzug positionieren.
- Schall und Standort des Außengeräts planen.
- Filterpflege und Wartung organisatorisch festlegen.
- Mitarbeitende in Bedienung und Lüftung einweisen.
FAQ: Klimatisierung am Arbeitsplatz
Welche Temperatur ist im Büro richtig?
Es gibt keine Einstellung, die jeder gleich empfindet. Nutze die Vorgaben des Arbeitsschutzes als Rahmen und vermeide unnötig große Unterschiede zur Außentemperatur.
Reicht ein Gerät für mehrere Büros?
Bei offenen Flächen möglicherweise. Geschlossene Einzelbüros und Besprechungsräume lassen sich mit mehreren Innengeräten gezielter regeln.
Kann die Anlage nach Feierabend ausgeschaltet werden?
Das hängt von Gebäude, Wärmelast und Nutzung ab. Timer und Zeitprogramme vermeiden unnötigen Betrieb, während empfindliche Technikräume separat bewertet werden müssen.
Fazit: Komfort ist planbar
Eine passend ausgelegte Split-Klimaanlage fürs Büro senkt die Hitzebelastung ohne störenden Luftzug oder Dauerlärm. Entscheidend sind nicht nur Quadratmeter, sondern Menschen, Technik, Fenster und Arbeitsabläufe.
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